Friday, October 14, 2011

BREAKING NEWS: Dr Liam Fox resigns

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Friday, October 14, 2011

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The Defence Secretary Dr Liam Fox has this afternoon written to the Prime Minister to tender his resignation.


This is the text of Dr Fox's letter:


Dear David,


As you know, I have always placed a great deal of importance on accountability and responsibility. As I said in the House of Commons on Monday, I mistakenly allowed the distinction between my personal interest and my Government activities to become blurred. The consequences of this have become clearer in recent days. I am very sorry for this.


I have also repeatedly said that the national interest must always come before personal interest. I now have to hold myself to my own standard. I have therefore decided, with great sadness, to resign from my post as Secretary of State for Defence-a position which I have been immensely proud and honoured to have held.


I am particularly proud to have overseen the long overdue reforms to the Ministry of Defence and to our Armed Forces, which will shape them to meet the challenges of the future and keep this country safe.


I am proud also to have played a part in helping to liberate the people of Libya, and I regret that I will not see through to its conclusion Britain's role in Afghanistan, where so much progress has been made.


Above all, I am honoured and humbled to have worked with the superb men and women in our Armed Forces. Their bravery, dedication and professionalism are second to none.


I appreciate all the support you have given me – and will continue to support the vital work of this Government, above all in controlling the enormous budget deficit we inherited, which is a threat not just to this country's economic prosperity but also to its national security.


I look forward to continuing to represent my constituents in North Somerset.


Yours ever,


Liam

See www.mod.uk for further details as they are announced.

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Thursday, October 13, 2011

Pest im 14. Jahrhundert: Der Weg des schwarzen Todes | Wissen | ZEIT ONLINE

Pest im 14. Jahrhundert: Der Weg des schwarzen Todes | Wissen | ZEIT ONLINE

Pest im 14. Jahrhundert Der Weg des schwarzen Todes

Anhand von vier Skeletten aus London haben Forscher den Weg der Pest rekonstruiert. Im 14. Jahrhundert verbreitete sich die Seuche so schnell, weil sie erstmals aufkam.

  • Von: Roland Knauer
  • 13.10.2011 - 18:21 Uhr
Das Pestbakterium Yersinia pestis: Flöhe, die auf Ratten leben, tragen das Bakterium. Weil im 14. Jahrhundert etwa auf Schiffen Ratten und Menschen eng beieinander lebten, wurden auch Menschen infiziert.

Das Pestbakterium Yersinia pestis: Flöhe, die auf Ratten leben, tragen das Bakterium. Weil im 14. Jahrhundert etwa auf Schiffen Ratten und Menschen eng beieinander lebten, wurden auch Menschen infiziert.

Am Ende des Jahres 1348 lagen in Londons Straßen zahllose Leichen mit riesigen, schwarzblauen Beulen. Der schwarze Tod hatte die Stadt fest in seinem Griff. Die Beulenpest fraß sich damals durch die europäisch Bevölkerung, wie ein Feuer durch ein Holzhaus: Jeder zweite Europäer fiel ihr zum Opfer. Zurück blieben Angst, Massengräber und ein Kontinent, der für immer verändert war. Deutsche und kanadische Forscher sind nun den Gründen für diese Urkatastrophe auf die Spur gekommen.

Um die vielen Pestopfer der Stadt zu bestatten, wurde Ende 1348 oder Anfang 1349 in London der East Smithfield-Friedhof eingerichtet. Ein Forscherteam um Johannes Krause von der Universität Tübingen hat vier Skelette von diesem Friedhof untersucht, aus ihren Zähnen den Pesterreger isoliert und dessen Erbgut entziffert.

Mit den Ergebnissen liefern die Forscher in der Online-Ausgabe des Magazins Nature jetzt auch eine stichhaltige Erklärung, warum das Bakterium in nur fünf Jahren fast 30 Millionen Menschen töten konnte: Die Menschen waren damals offenbar zum ersten Mal mit dem Pest-Bakterium Yersinia pestis konfrontiert. Der Organismus hatte sich also noch nicht an diesen Erreger anpassen können und niemand wusste, wie man die Epidemie eindämmen konnte. Spätere Ausbrüche der Pest verliefen dann auch weniger schrecklich.

Manche Forscher gingen bislang davon aus, dass Yersinia pestis schon früher furchtbare Epidemien verursacht hatte, etwa einen Ausbruch zu Zeiten des römischen Kaisers Justinian I.. Die Epidemie, die 541 in Ägypten ihren Ausgang nahm, breitete sich im Oströmischen Reich aus und soll bis zu 100 Millionen Menschen das Leben gekostet haben.

Aber ein Vergleich des Erbguts aus dem Londoner Friedhof mit neueren Varianten des Pesterregers legt nahe, dass das Bakterium erst im 12. oder 13. Jahrhundert auf den Menschen übertragen wurde. "Das Bakterium ist sehr eng mit dem letzten gemeinsamen Vorfahren aller heutigen Stämme von Yersinia pestis verwandt", erklärt Johannes Krause. Das Bakterium sei offenbar so etwas wie der erste Urahne aller Pesterreger. "Die Pest-Epidemie von 1347 bis 1351 brachte anscheinend diese Infektion zum Menschen", sagt der Biologe. Für frühere Epidemien müssten also andere Erreger die Ursache gewesen sein.

Auch heute tötet Yersinia pestis noch. Etwa 2.000 Menschen sterben jedes Jahr an der Pest. Und: Seit dem schwarzen Tod, haben sich die gefährlichen Eigenschaften des Erregers kaum verändert. "Wir haben herausgefunden, dass es in den 660 Jahren Evolution als menschlicher Erreger, relativ wenige Veränderungen im Erbgut des uralten Bakteriums gab", sagt Hendrik Poinar von der McMaster-Universität in Kanada, der an der Studie beteiligt war.

Warum verliefen dann spätere Pestepidemien, auch vor der Einführung von Antibiotika zu einer effektiven Behandlung deutlich glimpflicher als im 14. Jahrhundert? Johannes Krause denkt da zum Beispiel an den Begriff "Selektion" aus der Evolutionstheorie: Vermutlich überlebten im 14. Jahrhundert vor allem die Menschen, deren Organismus mit dem Pesterreger am besten fertig wurde. Deren Nachfahren sind heute noch weniger empfindlich gegen eine solche Epidemie.

Überträger des Pestbakteriums ist ein Floh, der normalerweise auf Ratten lebt. Sterben die Nagetiere an der Pestinfektion, sucht sich der Floh einen neuen Wirt. Da in Städten und auf Schiffen seit alters her Ratten und Menschen eng aufeinander sitzen, sind eben häufig Menschen das nächste Opfer. Schiffe trugen so die Pest von der Halbinsel Krim, auf der bereits 1345 erste Opfer starben, in die Mittelmeerhäfen. Von dort breitete sich die Epidemie dann rasch über Europa aus. Besonders betroffen aber waren fast immer die Hafenstädte und die Ballungsgebiete.

Stirbt ein Pest-Infizierter, kühlt sein Leichnam rasch aus. Die Flöhe verlassen dann sehr schnell ihren toten Wirt und suchen sich ein neues Opfer. Ärzte infizierten sich daher viel häufiger als Totengräber, die erst viel später mit den ausgekühlten Pestopfern in Berührung kamen. "Aus dieser Beobachtung könnte die Quarantäne entstanden sein", sagt Krause. Dieses Isolieren der Kranken bis einige Tage nach ihrer Gesundung oder ihrem Tod bremste die Ausbreitung der Pestepidemien deutlich aus.

Thursday, July 14, 2011

Von saudischem Interesse: Der Kampfpanzer Leopard 2.

Von saudischem Interesse: Der Kampfpanzer Leopard 2.

Politik
Von saudischem Interesse: Der Kampfpanzer Leopard 2.

Von saudischem Interesse: Der Kampfpanzer Leopard 2.
(Foto: dpa)

Mittwoch, 06. Juli 2011

Rüstungsstandort DeutschlandPanzer schlagen Menschenrechte

von Till Schwarze

Kein Wort verrät die Bundesregierung über den Panzer-Deal mit Saudi-Arabien. Das hat seinen Grund: Sonst müsste sie offenlegen, welche Interessen wirklich beim Geschäft mit Waffen dominieren. "Auch technologiepolitische Gründe", heißt es. Und Arbeitsplätze.

Im Krieg stirbt die Wahrheit zuerst, heißt es. Doch reicht schon das Geschäft mit Waffen aus, um sämtliche Vorgänge ins Dunkel zu tauchen: In eisernes Schweigen hüllt sich die Bundesregierung bei den Berichten über die Lieferung von 200 Leopard-Kampfpanzern nach Saudi-Arabien. Auch bei der aktuellen Stunde im Bundestag konnte die Opposition keine Details über den vermeintlichen Deal erfahren. Wirtschafts-Staatssekretär Hans-Joachim Otto, der für die Bundesregierung Rede und Antwort stehen musste, ließ sich keine Bestätigung des Geschäfts entlocken. Wie alle anderen Regierungsmitglieder verwies er auf den Bundessicherheitsrat, der über Rüstungsgeschäfte "seit jeher" geheim entscheide.

Während sich die Opposition im Parlament an Otto die Zähne ausbiss, plauderte ein anderes Mitglied der schwarz-gelben Koalition ziemlich offen über die Gründe für den Deal mit den Saudis. Neben politischen Gründen gehe es auch um Technologie, Arbeitsplätze, volkswirtschaftliche Interessen, sagte Joachim Pfeiffer dem WDR. Der wirtschaftspolitische Sprecher der Unionsfraktion warnte davor, Deutschlands "leistungsfähige Verteidigungsindustrie" zu gefährden. Wolle man die Technologie erhalten, "brauchen wir auf jeden Fall auch Exportmöglichkeiten". Sonst mache Deutschland sich in der Rüstung abhängig von anderen Ländern. "Das will ich nicht", fügte der CDU-Politiker hinzu.

"An der Seite der Despotie"

Schweigepflicht? Staatssekretär Otto wollte im Bundestag nichts verraten.

Schweigepflicht? Staatssekretär Otto wollte im Bundestag nichts verraten.
(Foto: dpa)

Also ein Panzer-Verkauf für den Rüstungsstandort Deutschland? Auch die Opposition wittert ein lukratives Geschäft, das aber zu Lasten der Menschenrechte gehe. Die Bundesregierung unterstütze ein Land, das mit seinen Truppen die Demokratiebewegung im Nachbarland Bahrain "blutig unterdrückt" habe, sagte etwa Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin in der Bundestagsdebatte. "Schwarz-Gelb steht an der Seite der Despotie." Trittin wies das Argument zurück, Saudi-Arabien müsse gegen den Iran aufgerüstet werden. Vielmehr werde für den Iran eine neue Rechtfertigung geschaffen aufzurüsten. Linken-Fraktionschef Gregor Gysi sagte, aus der deutschen Geschichte müsse die Lehre gezogen werden, "dass wir nie wieder an Kriegen verdienen dürfen".

Vor dem Bundestag machten Demonstranten ihrem Ärger über den Waffendeal Luft.

Vor dem Bundestag machten Demonstranten ihrem Ärger über den Waffendeal Luft.
(Foto: dpa)

Von einem "Rechtsbruch" sprach gar SPD-Chef Sigmar Gabriel. Bundeskanzlerin Angela Merkel und Außenminister Guido Westerwelle müssten erklären, warum nach Jahrzehnten der Ablehnung Panzer nach Saudi-Arabien geliefert würden. "In Wahrheit ist das vermutlich der politische Preis, den die Bundesregierung bezahlen muss, weil sie sich komplett von unseren Bündnispartnern in der Debatte im UN-Sicherheitsrat zur Libyen-Entscheidung entfernt hat", sagte Gabriel. Die Bundesregierung scheine dazu bereit zu sein, dies auf dem Rücken der Demokratiebewegung zu tun.

Auch Pfeiffer äußerte sich im Parlament. "Ihre Moralkeule ist scheinheilig." Der deutsche Rüstungsexport orientiere sich "am Sicherheitsbedürfnis und an den außenpolitischen Interessen" der Bundesrepublik und verstoße nicht gegen die Rüstungsexportrichtlinien. Doch genau darum dreht sich der Streit.

Panzer in Bahrain

Schwarz-Gelb ist beileibe nicht die erste Bundesregierung, die Waffengeschäfte mit den Saudis billigt. 2009 wurden aus Deutschland Rüstungsgüter im Wert von 168 Millionen Euro zu ihnen exportiert. Staatsekretär Otto verwies im Bundestag wiederholt darauf hin, dass auch unter Rot-Grün Waffen für 260 Millionen Euro nach Saudi-Arabien geliefert wurden. Allerdings hatten frühere Regierungen den Wunsch aus Riad, schwere Leopard-Panzer zu bekommen, bislang abgelehnt. Meist mit dem Verweis auf die Sicherheitsinteressen Israels, das den jetzigen Deal aber abgesegnet haben soll.

Verkaufsschlager der Rüstungsindustrie: Merkel beim Besuch eines U-Boots der Marine.

Verkaufsschlager der Rüstungsindustrie: Merkel beim Besuch eines U-Boots der Marine.
(Foto: picture-alliance/ dpa)

Doch um Israels Interessen allein geht es nicht mehr. Es hat sich einiges getan in der Region, der arabische Frühling brach aus, der in Bahrain aber mit Hilfe saudischer Panzer niedergeschlagen wurde. Zudem gilt Saudi-Arabien nicht gerade als Hort von Demokratie und Menschenrechten. "Die Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit sind stark eingeschränkt. Parteien sind verboten. Politische Aktivisten und Menschenrechtler werden drangsaliert, inhaftiert oder gehen ins Ausland", heißt es sogar auf der Seite des Auswärtigen Amtes.

Verstoß gegen Grundsätze?

Und hier wird es für die Regierung heikel. Denn bei aller Geheimhaltung muss sich Deutschland beim Export von Waffen an Vorgaben halten, die im Kriegswaffenkontrollgesetz und politischen Grundsätzen für den Rüstungsexport vorgegeben sind. Diese sprechen eine deutliche Sprache: "Die Beachtung der Menschenrechte ist für jede Exportentscheidung von hervorgehobener Bedeutung, unabhängig davon, um welches mögliche Empfängerland es sich handelt", heißt im aktuellen Rüstungsexportbericht für 2009. Und in den politischen Grundlagen steht, dass der Export in Länder nicht genehmigt werde, wenn diese "in bewaffnete Auseinandersetzungen verwickelt sind oder wo eine solche droht". Überhaupt erlauben diese Grundlagen eine Waffenlieferung an Länder außerhalb von EU und NATO nur, wenn "besondere außen- oder sicherheitspolitische Interessen" bestehen. "Beschäftigungspolitische Gründe dürfen keine ausschlaggebende Rolle spielen."

Verstößt die Bundesregierung also gegen ihre eigenen Grundsätze? Staatssekretär Otto wies diese Vorwürfe zurück. Gesichtspunkte wie die saudische Intervention in Bahrain seien berücksichtigt worden. Aber in der Abwägung hätten die anderen Interessen überwogen. "Nachrangig können auch beschäftigungspolitische Gründe eine Rolle spielen", räumte er ein. Aber die politischen Grundsätze seien auch nur Leitlinien, keine Verbote. Die Entscheidung in jedem Einzelfall liege letztlich bei der Bundesregierung.

80.000 Arbeitsplätze

Ebenso wie die deutsche schweigt auch die israelische Regierung zu dem Geschäft. Nur Saudi-Arabien bezieht Stellung. "Saudi-Arabien muss sich bewaffnen, so wie jedes andere Land auch", heißt es in Riad. Und wenn die Deutschen die bestellten 200 Panzer nicht liefern wollten, dann werde man eben auf Panzer aus russischer Produktion zurückgreifen.

Womit wieder die Bedeutung der Rüstungsindustrie für den Wirtschaftsstandort Deutschland im Spiel ist. Rüstungsgüter im Wert von 1,3 Milliarden Euro lieferte die Bundesrepublik 2009 in alle Welt. Formal genehmigt wurden im selben Jahr sogar Waffenexporte im Wert von über 5 Milliarden Euro. Nach einer Studie des Stockholmer Friedensforschungsinstituts SIPRI ist Deutschland in den vergangenen Jahren mit elf Prozent zum drittgrößten Kriegswaffenexporteur aufgestiegen. Rund 80.000 Menschen arbeiten in der Rüstungsindustrie. Experten schätzen den Wert des Panzerverkaufs an die Saudis auf mindestens 1,7 Milliarden Euro. Geld, das nach dem Willen der Bundesregierung offenbar trotz mancher Bedenken in die deutsche Wirtschaft fließen soll.


"Als Waffenhändlerin durch die Welt": Opposition attackiert Merkel - n-tv.de

"Als Waffenhändlerin durch die Welt": Opposition attackiert Merkel - n-tv.de

Politik
Auf Afrika-Tour: Merkel mit Vertretern der Religionsgemeinschaften Nigerias.

Auf Afrika-Tour: Merkel mit Vertretern der Religionsgemeinschaften Nigerias.
(Foto: dapd)

Donnerstag, 14. Juli 2011

"Als Waffenhändlerin durch die Welt"Opposition attackiert Merkel

Dass Kanzlerin Merkel nach dem umstrittenen Panzer-Deal mit den Saudis nun auch im armen und korrupten Angola Waffen verkaufen will, stößt auf heftige Kritik von SPD, Linken und Grünen. "Jede Reise der Bundeskanzlerin ist in irgendeiner Form mit Rüstungslieferungen letztlich verknüpft", sagt die SPD. Merkel verteidigt den Deal. Die Militärboote dienten nur der Grenzsicherung.

Die Kritik an Bundeskanzlerin Angela Merkel wegen des geplanten Rüstungsgeschäfts mit Angola nimmt weiter zu. Die Parteivorsitzende der Linken, Gesine Lötzsch, sprach von inakzeptablem Rüstungslobbyismus: "Ich fordere Angela Merkel auf, nicht als Waffenhändlerin durch die Welt zu reisen."

Der sicherheitspolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Omid Nouripour, kritisierte in der "Mitteldeutschen Zeitung": "Mir drängt sich der Eindruck auf, dass sich Frau Merkel in erster Linie als Handelsreisende versteht und ihr der Rest relativ gleichgültig ist." Seine Parteikollegin Katja Keul verwies auf massive Menschenrechtsverletzungen und eine katastrophale Ernährungssituation in dem südwestafrikanischen Land.

Vor Merkel (l.) war Erich Honecker 1979 als vorläufig letzter deutscher (de facto-) Regierungschef in Angola. Wenige Monate später kam Dos Santos (r.) an die Macht.

Vor Merkel (l.) war Erich Honecker 1979 als vorläufig letzter deutscher (de facto-) Regierungschef in Angola. Wenige Monate später kam Dos Santos (r.) an die Macht.
(Foto: dpa)

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Michael Groschek nannte es "ein starkes Stück", solche Rüstungsgeschäfte in die parlamentarische Sommerpause zu legen, und Keul forderte: "Die Kanzlerin sollte sich nicht für Waffenausfuhren an Despoten, sondern für demokratische und rechtsstaatliche Reformen und die Menschen in Angola einsetzen."

"Türöffner für Rüstungsgeschäfte"

Der außenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Rolf Mützenich, hat den Eindruck, "dass die Bundeskanzlerin dieses Angebot sozusagen auch als Türöffner für weitere Rüstungsgeschäfte" nehme. "Jede Reise der Bundeskanzlerin ist in irgendeiner Form mit Rüstungslieferungen letztlich verknüpft", sagte Mützenich bei n-tv, "in Indien mit dem Eurofighter und an vielen anderen Orten auch. Ich finde, die Bundeskanzlerin darf keine Handlungsreisende in diesen Waffengeschäften letztlich sein, auch nicht so auftreten. Insbesondere wirkt natürlich auch nach, dass sie in der letzten Woche überhaupt nicht Stellung genommen hat zu einem möglichen Panzerdeal nach Saudi-Arabien."

Umfrage Boote für Angola: Rüstungsexporte stoppen?

Sollten die deutschen Rüstungsexporte gestoppt werden?

Alle Umfragen Ergebnis

Mützenich verwies darauf, dass das Auswärtige Amt die Menschenrechtslage in dem Land als schlecht einschätze. "Wir haben Rüstungsexport-Richtlinien hier in Deutschland erlassen, die sowohl die Menschenrechts-Situation, aber insbesondere auch die Frage, ob es möglicherweise Grenzstreitigkeiten gibt, auch mit diskutiert. Ich finde, das muss die Bundesregierung dann auch offen mit uns diskutieren. Die Bundeskanzlerin verschiebt einfach die Achse der deutschen Außenpolitik hin zu mehr Rüstung und das finde ich falsch."

Die CDU wies vor allem die Kritik der Linken zurück. "Diese Unterstellung ist ein Skandal! Wieder einmal lässt die Linkspartei jeden Funken Anstand vermissen. Lötzsch muss sich für diese Beleidigung schnellstens entschuldigen", erklärte CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe. Er beklagte zudem fehlende Sachkenntnis bei den Linken. Die in der Diskussion stehenden Patrouillenboote würden Angola ermöglichen, den Küstenschutz zu verbessern. Nicht zuletzt gehe es dabei auch um die Eindämmung von Seepiraterie, sagte er.

"Undramatischer Vorgang"

Merkel hatte am Vortag bei einem Besuch in Angola die Lieferung mehrerer Patrouillenschiffe in Aussicht gestellt. Dabei soll es sich um sechs bis acht Boote zur Grenzsicherung handeln. Verteidigungsminister Thomas de Maizière sagte bei einem Besuch in Tel Aviv: "Das ist ein völlig undramatischer Vorgang." Die Kanzlerin habe lediglich darauf hingewiesen, dass es ein deutsches Angebot gebe und dass man bei der Ausbildung der Marine helfen könne. Auch Merkel hatte Kritik an dem Waffendeal zurückgewiesen. "Ich glaube nicht, dass wir hier im umfassenden Sinne die Aufrüstung betreiben." Es sei normal, dass jedes Land seine Grenzen sichern wolle. Zudem sei es das erklärte Ziel, die oft aus Bürgerkriegen stammenden afrikanischen Armeen besser auszubilden, damit sie künftig mehr UN-geführte Sicherheitsmissionen auf ihrem Kontinent übernehmen könnten. "Wir sind froh, wenn wir solche Einsätze nicht mit Europäern alleine machen müssen. Und Afrika will hier etwas tun."

Beim Staatsbankett im Präsidentenpalast in Luanda.

Beim Staatsbankett im Präsidentenpalast in Luanda.
(Foto: dpa)

SPD und Linke mahnten aber erneut eine grundsätzliche Reform der Rüstungsexportkontrolle an. Lötzsch forderte, der Bundestag müsse künftig bereits im Vorfeld über eventuelle Waffenlieferungen entscheiden. Auch Groschek beklagte, die derzeitige Geheimniskrämerei im Bundessicherheitsrat sei "ein Relikt des Kalten Krieges".

Station in Nigeria

Unterdessen traf Merkel am Mittwochabend in Nigeria ein, der letzten Station ihrer viertägigen Afrikareise. Am Flughafen von Abuja empfingen sie die stellvertretende Außenministerin Viola Onwuliri und weitere Regierungsmitglieder.

Nach einem Gespräch mit Staatspräsident Goodluck Jonathan sagte Merkel, es werde eine gemeinsame Kommission eingerichtet, um die Entwicklung der bilateralen Beziehungen zu forcieren. Die Kanzlerin forderte Nigeria zugleich zur Einhaltung von Menschenrechten und der Rechte von Minderheiten auf. "Deutschland will ein Partner Nigerias sein auf dem Weg zu mehr Wohlstand, aber auch zu mehr Rechtssicherheit." Bisher habe Nigeria eine solche Partnerschaft mit Südafrika und den USA.

"Noch viele Probleme"

Bundeskanzlerin Merkel  wird in Abuja von Staatspräsident Jonathan begrüßt.

Bundeskanzlerin Merkel wird in Abuja von Staatspräsident Jonathan begrüßt.
(Foto: dpa)

Merkel lud Jonathan für 2012 zu einem Besuch in Berlin ein. Sie würdigte Nigerias Engagement und Truppenstellung für Friedensmaßnahmen in Afrika. Die Konfliktlösung in Afrika durch eigene Kräfte sei wichtig. "Nigeria hat noch viele Probleme zu überwinden. Dabei wollen wir zur Seite stehen."

Zuvor hatte sich Merkel mit Vertretern der Religionsgemeinschaften getroffen. Die Bevölkerung besteht je zur Hälfte aus Muslimen und Christen. Politik und Kultur sind geprägt von Spannungen zwischen dem überwiegend muslimisch geprägten Norden und dem christlichen Süden. Merkel sagte, in ihrem Gespräch hätten die Vertreter erklärt, dass sie eng mit der Regierung zusammenarbeiteten.

Nigeria, das bevölkerungsreichste afrikanische Land, ist der achtgrößte Ölexporteur weltweit, leidet aber unter akuter Stromknappheit. Erste Station des Afrika-Besuchs Merkels war zu Beginn der Woche Kenia.

"Deutsche Interessen durchsetzen": Wirtschaft braucht Afrika - n-tv.de

"Deutsche Interessen durchsetzen": Wirtschaft braucht Afrika - n-tv.de

Wirtschaft
DIHK-Boss Wansleben ist sich sicher, "dass die deutsche Bundesregierung eine gute Afrika-Strategie formuliert hat".

DIHK-Boss Wansleben ist sich sicher, "dass die deutsche Bundesregierung eine gute Afrika-Strategie formuliert hat".
(Foto: picture alliance / dpa)

Dienstag, 12. Juli 2011

"Deutsche Interessen durchsetzen"Wirtschaft braucht Afrika

Afrika gewinnt bei der deutschen Wirtschaft an Bedeutung. Gefragt ist der Kontinent vor allem wegen seines Rohstoffreichtums. China hat das längst erkannt und so fordert DIHK-Chef Wansleben gegenüber n-tv die Bundesregierung auf, bei ihrer Afrika-Reise "deutsche Rohstoff-Interessen durchzusetzen".

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) erwartet von der Afrika-Reise der Bundeskanzlerin die strikte Durchsetzung deutscher Rohstoff-Interessen. "Die Rohstoff-Frage kann man nicht mit einem Besuch klären. Ich glaube aber, dass es ganz wichtig ist, dass wir in Afrika klarmachen, dass wir wissen, wie wichtig Afrika für unsere gemeinsame Zukunft ist", sagte der DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben n-tv. "Gold, Diamanten, Öl, Gas, Seltene Erden - im Grunde sind das alles Rohstoffe, die wir dringend brauchen", betonte er. "Wir sind darauf angewiesen."

"Dabei schaden Exklusiv-Verträge afrikanischer Regierungen zugunsten chinesischer Partner nicht nur der deutschen Wirtschaft", sagte Wansleben zudem der "Passaner Neuen Presse". Solche Vereinbarungen würden zur starken Abhängigkeit der Staaten von einem einzelnen Abnehmer führen, der dann auch die Konditionen diktieren könne. Ein Nutzen für die lokale Bevölkerung werde erst durch verantwortungsvolle Investoren sichergestellt. "Deutschen Unternehmen eilt auch in Afrika der Ruf voraus, Qualität mit hohen ökologischen und sozialen Standards zu verbinden", erklärte der DIHK-Hauptgeschäftsführer.

Konkurrenz nimmt zu

Wansleben ist sich sicher, "dass die deutsche Bundesregierung eine gute Afrika-Strategie formuliert hat". Zudem erfolge sie "zu einem denkbar günstigen Zeitpunkt". Die Wettbewerbssituation auf unserem Nachbarkontinent gewinne rapide an Fahrt, sagte Wansleben dem Blatt. Nicht nur die Asiaten, sondern auch Russland, Brasilien und Australien würden auf den afrikanischen Markt drängen. "Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach Technologie 'Made in Germany' seitens der afrikanischen Partner."

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat am Montag die zweite große Afrika-Reise ihrer Regierungszeit begonnen. Im Mittelpunkt der Gespräche in Kenia, Angola und Nigeria stehen wirtschaftliche Fragen, insbesondere Energiethemen. Sie wolle die Energiepartnerschaft mit dem Ölland Nigeria vertiefen, kündigte Merkel vor der Reise an. In Kenia wolle sie über den stärkeren Einsatz erneuerbarer Energien sprechen. Und mit dem rohstoffreichen Angola werde eine engere Zusammenarbeit im Energie- wie auch Rohstoffbereich angestrebt.